Butterfahrt im Dänemark-Lexikon

Eine Butterfahrt war eigentlich eine Einkaufsfahrt auf einem Fährschiff, welche über die auf See befinliche Zollgrenze von Deutschland hinaus hinausführte. So ermöglichte man es, innerhalb von den Grenzen der Zollbestimmungen viele Artikel weitaus billiger einzukaufen, als sie etwa in Deutschland zu bekommen waren. Hierzu gehörte besonders die in Dänemark zur damaligen Zeit weitaus preiswertere Butter, von der jenes Unternehmungen seinen Namen bekam. Außerdem wurden besonders auch der recht hoch besteuerte Tabak sowie Spirituosen oder auch Parfüm sehr gern gekauft. Auf den Druck der Politik seitens der deutschen Wirtschaft wurden stark erschwerende Regelungen erlassen, so zum Beispiel, dass vor einer Freigabe des Einkaufs das betreffende Schiff im Zollland anlegen musste. Das führte zu einer kuriosen Situationen. Ein deutsches "Butterschiff" steuerte also den am nächsten gelegenen dänischen oder polnischen Hafen an. Es warf dort ein Tau aus, welches um einen Poller am Kai des betreffenden Landes geschlungen wurde und nach nur wenigen Sekunden unverzüglich wieder gelöst wurde. Somit hatte das Schiff formal angelegt und konnte wieder zurück fahren. Weil diese Fahrt selbst bald beinahe zum Nulltarif beziehungsweise zu einem nur symbolischen Preis angeboten wurde, wurde diese Fahrt auch sehr gern als eine Vergnügungsfahrt mit einem zusätzlichem Nutzen angeboten. Auf der schönen Ostsee waren die Butterfahrten bis gegen Ende der 1990er Jahre aus beinahe allen deutschen Häfen üblich. Zu einem späteren Zeitpunkt wurden auch Butterfahrten mit dem Bus nach Holland oder nach Polen angeboten. Hier sind die Preise auch heute noch, zum Teil, wesentlich günstiger wie in Deutschland.


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